Gehen wir davon aus, dass uns in Andreas Asi-Toaster ein Mann empfängt, dem der Laden auch gehört. In diesem Fall wäre es nicht nur korrekt, sondern auch geboten, durch einen "Apostroph bei vorangehendem Namen" (Duden - Die Grammatik) zu kennzeichnen, dass der Besitzer der Belichtungsanstalt ein Mann ist. Man kann nichts dagegen sagen oder unternehmen. "Der Apostroph steht zur Kennzeichnung des Genitivs (...) von Namen, die auf s, ss, ß, tz, z, x enden und keinen Artikel o. ä. bei sich haben (...)" (Duden - Die deutsche Rechtschreibung).
Vor dieser Regel muss ich kapitulieren. Offenbar ist die bedeutungsunterscheidende Wirkung des Apostrophs im Falle von Andreas' Asi-Toaster so wichtig, dass dieser Apostroph vom Duden als notwendig angesehen wird.
Es scheint zwar nicht unbedingt notwendig, sondern mehr eine Art Konzession, wenn man gestattet, dass die liebliche Andrea ihren eigenen Apostroph haben darf (so wie der Andreas ihn auch hat), und dass sie ihre Butze also "Andrea's Asi-Toaster" nennen darf. Aber wir müssen es Andrea im Zuge der Gleichberechtigung ganz offenbar gestatten, sich hinten den aufrechten Balken dranzuschieben.
Übrigens gibt es einen anderen (gern vom Duden angeführten) Fall, in dem die bedeutungsunterscheidende Wirkung des Apostrophs völlig unabhängig vom Geschlecht ist: Willis Würstchenbude. Allerdings bin ich mir in diesem Fall nicht sicher, ob es denn wirklich notwendig ist, hier mit einem Apostroph zu arbeiten (Willi's Würstchenbude), um potentiellen Neukunden die Enttäuschung darüber zu ersparen, dass hinter der Theke nicht Bruce Willis persönlich bedient. Wer hätte das denn schon erwartet?
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Freitag, 17. November 2006
Donnerstag, 16. November 2006
Porno's vs. Bernie's Bumsbude
Wenn die Frage aufkommt, wann man den Apostroph im Deutschen eigentlich überhaupt einsetzen soll, dann würde ich am liebsten mit "Nie." antworten. Leider würde ich damit ein bisschen übers Ziel hinausschießen. Aber in diesem Post geht es zunächst einmal um Fälle, in denen er falsch ist und im Vergleich um Fälle, in denen er einfach unschön, aber nicht falsch ist. Wenn ein Ladengeschäft mit "Porno's" wirbt, dann sollte besser der Besitzer des Geschäftes Guiseppe Porno heißen und mit "Porno's" verdeutlichen wollen, dass es sich um seinen Laden handelt. Wenn das apostrophierte s einfach ausdrücken soll, dass der Laden mehr als einen Porno führt, dann hätte sogar ein Perry Porno einen dicken Fehler gemacht. Denn im Englischen ist das Plural-s auch nie apostrophiert. Das Genitiv-s hingegen schon, da es sich bei Perry's Porno Place um eine Verschleifung (im Volksmund Elision genannt) der Wörter "Perry" und "his" handelt. Wörtlich übersetzt also: Perry sein Porno-Ort. Das englische apostrophierte s ist also die Spur eines fehlenden Zeichens, eine Art Palimpsest. So wie im Deutschen "über das" zu "übers" wird. Das Plural-Suffix s kommt aber mitnichten von einem zusammengestrichenen Wort. Es ist einfach eine Flexionsendung, im Falle von "Die Pornos sind leider verliehen." ist es eine Nominativ-Plural-Flexionsendung des Wortes Porno, das eine neue Wortform von *einem* Wort vorstellt, nicht eine Kontraktion von *zwei* Wörtern, wie bei "Perry's". Oder auch "McDonald's". Also: Kein Apostroph notwendig, kein Apostroph erlaubt.
So viel dazu. Jetzt ein Stoßseufzer über Bernie's Bumsbude. Fahrt über die Dörfer, sie begegnet euch überall. Ja, es ist erlaubt, hier einen Apostroph zu setzen. Soweit ich weiß, gilt das seit der Rechtschreibreform. Warum erlaubt der Duden Bernie's Bumsbuden? Mir war es zunächst ein Rätsel. Ich hatte nur die Erklärung, dass er es den deutschen Kids gönnen wollte, so cool zu sein wie Amerika selbst. Und, um die Fehleranzahl im Deutschaufsatz durch eine weitere Lockerung zu Gunsten einer anscheinend unaufhaltsamen jugendlichen Tendenz für die Statistiken etwas weiter zu reduzieren. Aber das stimmt nicht. Bernie's Bumsbude darf es geben, weil es Andrea's Asi-Toaster geben können muss.
Und das führt uns zum postapostrophierten s. Sehr verbreitet ist es in Deutschland nicht. "Andreas' Asi-Toaster" ist jedenfalls nicht im Mindesten so omnipräsent und ubiqitär wie "Bernie's Bumsbude". Also steht der gemeine Prolet doch vor "Andreas Asi-Toaster" etwas ratlos da, wenn überhaupt kein Apostroph im Spiel ist und er das Etablissement noch nicht kennt. Empfängt ihn jetzt die liebliche Andrea oder doch nur der ranzige Andreas?
Wir werden es erleben. Im nächsten Eintrag.
So viel dazu. Jetzt ein Stoßseufzer über Bernie's Bumsbude. Fahrt über die Dörfer, sie begegnet euch überall. Ja, es ist erlaubt, hier einen Apostroph zu setzen. Soweit ich weiß, gilt das seit der Rechtschreibreform. Warum erlaubt der Duden Bernie's Bumsbuden? Mir war es zunächst ein Rätsel. Ich hatte nur die Erklärung, dass er es den deutschen Kids gönnen wollte, so cool zu sein wie Amerika selbst. Und, um die Fehleranzahl im Deutschaufsatz durch eine weitere Lockerung zu Gunsten einer anscheinend unaufhaltsamen jugendlichen Tendenz für die Statistiken etwas weiter zu reduzieren. Aber das stimmt nicht. Bernie's Bumsbude darf es geben, weil es Andrea's Asi-Toaster geben können muss.
Und das führt uns zum postapostrophierten s. Sehr verbreitet ist es in Deutschland nicht. "Andreas' Asi-Toaster" ist jedenfalls nicht im Mindesten so omnipräsent und ubiqitär wie "Bernie's Bumsbude". Also steht der gemeine Prolet doch vor "Andreas Asi-Toaster" etwas ratlos da, wenn überhaupt kein Apostroph im Spiel ist und er das Etablissement noch nicht kennt. Empfängt ihn jetzt die liebliche Andrea oder doch nur der ranzige Andreas?
Wir werden es erleben. Im nächsten Eintrag.
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